Design ist kein Luxus
Artikel aus dem Branchenblatt
für den Fachhandel in der Medizin
MTD 2007
Ist Design teurer Schnickschnack? Ist es Luxus – oder unternehmerische Notwendigkeit? Design dient als Kommunikationsmittel zwischen Produkt und Benutzer und verkörpert die Schnittstelle zwischen Technik und Marketing. Eine gute Formgebung verdeutlicht dem Betrachter die Funktionen und Vorteile eines Produkts auf den ersten Blick.
Um sich von Wettbewerbsprodukten abzusetzen, ist eine hochwertige Gestaltung heute unumgänglich. Einheitliches, ästhetisches Design signalisiert Qualität, garantiert einen hohen Wiedererkennungswert und stärkt das Unternehmensprofil.
Auch in der Medizintechnik profitieren Hersteller von gutem Design. Gerade medizinische Geräte müssen Sicherheit, Zuverlässigkeit und Modernität vermitteln. Erforderlich für den zuverlässigen Einsatz der Technik ist eine ergonomische Benutzerführung, die Bedienfehler minimiert. Sofort verständliche Bedienbarkeit fördert außerdem das Vertrauen ins Gerät, besonders, wenn es sich beim Nutzer nicht immer nur um Fachkräfte handelt.
Der Geschäftsführer von Medizinischer Apparatebau Suchatzki, Andreas Braun, entschloss sich aus diesen Gründen zu einem professionellen Corporate Design und einer Neugestaltung seines Ultraschall-Verneblers Micro, einem Gerät zur Vorbeugung und Therapie von Atemwegserkrankungen. „Wir und unsere Kunden wissen, dass unsere Produkte höchsten Qualitäts-Ansprüchen genügen. Aber sieht man ihnen das auch an? Das Äußere des Geräts kommunizierte bislang nicht die technische Güte des Innenlebens“, so Braun.
Das Konzept des Industriedesignbüros :echtform überzeugte den Geschäftsführer. Die Designer modernisierten zunächst das Logo von MA Suchatzki, ohne dessen Wiedererkennbarkeit zu gefährden. Beim neuen Logo sind die Buchstaben M und A leichter lesbar, es behält seine Eindeutigkeit auch in kleinerer Schriftgröße und ist so im Druck leichter zu handhaben. Insgesamt hat das Logo nun mehr Symbolcharakter und spricht den Nutzer auch emotional an.
Für Hersteller entscheidet natürlich auch der Kostenfaktor. Braun: „Für uns ist vor allem wichtig, dass die Produktionskosten für unser Gerät nicht steigen. Manche Dienstleister sprachen davon, das Metallgehäuse komplett auszurangieren und durch ein spritzgegossenes Kunststoff-Gehäuse zu ersetzen. Ein Metallgehäuse ist aber für unser Produkt sowohl von der Qualität her als auch von den technischen Eigenschaften von großem Vorteil.“
Im neuen Design sind diese Aspekte integriert.
Die Herstellung eines gut gestalteten Produkts muss also nicht teurer sein. Werden Designer früh an der Entwicklung beteiligt, können sie in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren die Produktionskosten oft sogar senken: Etwa durch die Lösung von gestaltbedingten Fertigungsproblemen, die Auswahl einfach zu verarbeitender Materialien oder durch die Optimierung von Verpackung, Lagerung und Transport. Zudem reduzieren sich die Werbekosten, da das Produkt durch seine Gestaltung auffällt. Somit wirbt es für sich selbst und transportiert die Corporate Identity des Unternehmens.
Bei der Neugestaltung der Ultraschallverneblerfront nahmen die Designer die veränderte Farb- und Formgebung des Logos natürlich auf. Die aufgeräumt und freundlich wirkende Gestaltung in Weiß und Hellblau vermittelt die medizinische und technische Kompetenz des Geräts. Gleichzeitig werden Berührungsängste der Patienten abgebaut. Bei einem Gerät wie diesem, das Patienten auch zu Hause benutzen, kann die Grenze zwischen alltäglichem Gebrauch und dem Gefühl der Abhängigkeit sonst schnell überschritten werden.
Durch das Re-Design der Gerätefront erhöhte sich außerdem der Gebrauchswert des Produkts. Die Funktionen wurden optimiert und die Beschriftung durch allgemein verständliche Symbole ergänzt. Die bisher schwergängigen Regler sind nun leichter zu bedienen und die größeren Zahlen einfacher zu erkennen. Dies ist gerade für ältere Menschen eine große Erleichterung. Auch die nun von links nach rechts führende Einstellung der Drehknöpfe ist für den Benutzer besser nachzuvollziehen. Bei eingeschaltetem Gerät leuchten das Logo und die Symbole, so dass man den Betriebszustand jederzeit überprüfen kann.
Besonders wichtig ist :echtform die praktische Handhabung des Geräts. „Beim Design für die Medizintechnik geht es nicht um die ,Verhübschung’ von Produkten. Die Geräte müssen ja in erster Linie ihre Funktionen reibungslos erfüllen. Professionelle Designer gestalten Technik so, dass sie intuitiv bedienbar ist und problemlos gewartet werden kann“, betont Diplomdesigner Stocker.
Gerade die vielfältigen Anforderungen an medizintechnische Geräte bedingen den Einsatz von Design in der Produktentwicklung. So wie der Ingenieur so wenig Teile wie nötig für die Konstruktion einsetzen will – so steht im Fokus des Designers der größtmögliche Gebrauchswert für den Nutzer.
Fazit: An der Schnittstelle Mensch-Maschine sollte schon früh gemeinsam gearbeitet werden. Insofern ist Design in der Medizintechnik kein Luxus, sondern schlicht notwendig.
Anne Wellmann
Artikel aus dem Branchenblatt
für den Fachhandel in der Medizin
MTD 2007
Ist Design teurer Schnickschnack? Ist es Luxus – oder unternehmerische Notwendigkeit? Design dient als Kommunikationsmittel zwischen Produkt und Benutzer und verkörpert die Schnittstelle zwischen Technik und Marketing. Eine gute Formgebung verdeutlicht dem Betrachter die Funktionen und Vorteile eines Produkts auf den ersten Blick.
Um sich von Wettbewerbsprodukten abzusetzen, ist eine hochwertige Gestaltung heute unumgänglich. Einheitliches, ästhetisches Design signalisiert Qualität, garantiert einen hohen Wiedererkennungswert und stärkt das Unternehmensprofil.
Auch in der Medizintechnik profitieren Hersteller von gutem Design. Gerade medizinische Geräte müssen Sicherheit, Zuverlässigkeit und Modernität vermitteln. Erforderlich für den zuverlässigen Einsatz der Technik ist eine ergonomische Benutzerführung, die Bedienfehler minimiert. Sofort verständliche Bedienbarkeit fördert außerdem das Vertrauen ins Gerät, besonders, wenn es sich beim Nutzer nicht immer nur um Fachkräfte handelt.
Der Geschäftsführer von Medizinischer Apparatebau Suchatzki, Andreas Braun, entschloss sich aus diesen Gründen zu einem professionellen Corporate Design und einer Neugestaltung seines Ultraschall-Verneblers Micro, einem Gerät zur Vorbeugung und Therapie von Atemwegserkrankungen. „Wir und unsere Kunden wissen, dass unsere Produkte höchsten Qualitäts-Ansprüchen genügen. Aber sieht man ihnen das auch an? Das Äußere des Geräts kommunizierte bislang nicht die technische Güte des Innenlebens“, so Braun.
Das Konzept des Industriedesignbüros :echtform überzeugte den Geschäftsführer. Die Designer modernisierten zunächst das Logo von MA Suchatzki, ohne dessen Wiedererkennbarkeit zu gefährden. Beim neuen Logo sind die Buchstaben M und A leichter lesbar, es behält seine Eindeutigkeit auch in kleinerer Schriftgröße und ist so im Druck leichter zu handhaben. Insgesamt hat das Logo nun mehr Symbolcharakter und spricht den Nutzer auch emotional an.
Für Hersteller entscheidet natürlich auch der Kostenfaktor. Braun: „Für uns ist vor allem wichtig, dass die Produktionskosten für unser Gerät nicht steigen. Manche Dienstleister sprachen davon, das Metallgehäuse komplett auszurangieren und durch ein spritzgegossenes Kunststoff-Gehäuse zu ersetzen. Ein Metallgehäuse ist aber für unser Produkt sowohl von der Qualität her als auch von den technischen Eigenschaften von großem Vorteil.“
Im neuen Design sind diese Aspekte integriert.
Die Herstellung eines gut gestalteten Produkts muss also nicht teurer sein. Werden Designer früh an der Entwicklung beteiligt, können sie in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren die Produktionskosten oft sogar senken: Etwa durch die Lösung von gestaltbedingten Fertigungsproblemen, die Auswahl einfach zu verarbeitender Materialien oder durch die Optimierung von Verpackung, Lagerung und Transport. Zudem reduzieren sich die Werbekosten, da das Produkt durch seine Gestaltung auffällt. Somit wirbt es für sich selbst und transportiert die Corporate Identity des Unternehmens.
Bei der Neugestaltung der Ultraschallverneblerfront nahmen die Designer die veränderte Farb- und Formgebung des Logos natürlich auf. Die aufgeräumt und freundlich wirkende Gestaltung in Weiß und Hellblau vermittelt die medizinische und technische Kompetenz des Geräts. Gleichzeitig werden Berührungsängste der Patienten abgebaut. Bei einem Gerät wie diesem, das Patienten auch zu Hause benutzen, kann die Grenze zwischen alltäglichem Gebrauch und dem Gefühl der Abhängigkeit sonst schnell überschritten werden.
Durch das Re-Design der Gerätefront erhöhte sich außerdem der Gebrauchswert des Produkts. Die Funktionen wurden optimiert und die Beschriftung durch allgemein verständliche Symbole ergänzt. Die bisher schwergängigen Regler sind nun leichter zu bedienen und die größeren Zahlen einfacher zu erkennen. Dies ist gerade für ältere Menschen eine große Erleichterung. Auch die nun von links nach rechts führende Einstellung der Drehknöpfe ist für den Benutzer besser nachzuvollziehen. Bei eingeschaltetem Gerät leuchten das Logo und die Symbole, so dass man den Betriebszustand jederzeit überprüfen kann.
Besonders wichtig ist :echtform die praktische Handhabung des Geräts. „Beim Design für die Medizintechnik geht es nicht um die ,Verhübschung’ von Produkten. Die Geräte müssen ja in erster Linie ihre Funktionen reibungslos erfüllen. Professionelle Designer gestalten Technik so, dass sie intuitiv bedienbar ist und problemlos gewartet werden kann“, betont Diplomdesigner Stocker.
Gerade die vielfältigen Anforderungen an medizintechnische Geräte bedingen den Einsatz von Design in der Produktentwicklung. So wie der Ingenieur so wenig Teile wie nötig für die Konstruktion einsetzen will – so steht im Fokus des Designers der größtmögliche Gebrauchswert für den Nutzer.
Fazit: An der Schnittstelle Mensch-Maschine sollte schon früh gemeinsam gearbeitet werden. Insofern ist Design in der Medizintechnik kein Luxus, sondern schlicht notwendig.
Anne Wellmann



